Vermeidung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz: diva-e geht mit gutem Beispiel voran

diva-e Führungskräfteschulung zum frühzeitigen Erkennen und Aufdecken psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Laut einer Studie des Robert Koch Instituts leidet jährlich jeder dritte Erwachsene an einer psychischen Störung. Dabei kann jede Person an einer psychischen Störung erkranken – genau wie an jeder anderen Krankheit. Es ist somit eine Thematik, die eigentlich uns alle etwas angeht. Psychische Störungen werden allerdings in der Gesellschaft noch immer stark stigmatisiert und tabuisiert. Dabei zeigt beispielsweise der Anstieg von Fehlzeiten aufgrund psychischer Störungen deutlich, dass es immer mehr Betroffene gibt und das Thema relevanter denn je ist.

Psychische Störungen sind die Folge von psychischen Belastungen. Diese können privat oder im Beruf auftreten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, das Thema im Unternehmen proaktiv aufzugreifen und offen anzusprechen. Wir möchten es enttabuisieren und arbeitsbedingte psychische Belastungen frühzeitig identifizieren und beheben können.

Vermeidung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz: diva-e geht mit gutem Beispiel voran

Eine psychische Störung ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, dessen Heilung oftmals mehrere Jahre dauert. Wir möchten als Unternehmen unser Bestes tun, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hiervor zu schützen. Dafür haben wir eine Schulung entwickelt, die unseren Führungskräften notwendige Einblicke und Techniken an die Hand geben soll, bei psychischen Belastungen und Störungen angemessen reagieren zu können. Julia, CHRO bei diva-e, hat das Thema im Unternehmen angestoßen und Lisa, HR Business Partner mit Masterabschluss in Psychologie, hat die Schulung für unsere Führungskräfte entwickelt.

Julia: Was hat dich dazu bewegt, dieses tabuisierte Thema im Unternehmen proaktiv aufzugreifen und die Schulung zu initiieren?

Psychische Störungen sind ernstzunehmende Krankheiten, über die viel zu selten offen gesprochen wird. Sie werden in unserer Gesellschaft und in Unternehmen tabuisiert. Es liegt mir sehr am Herzen, dass hier ein Umdenken und eine Enttabuisierung stattfindet. Da liegt noch ein Stück Arbeit vor uns, aber diva-e geht hier mit positivem Beispiel voran.

Meiner Meinung nach haben wir als Unternehmen auch eine Verantwortung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber. Wir sollten unser Bestes dafür tun, deren Gesundheit nachhaltig zu fördern – physisch und psychisch. Die Entstehung psychischer Störungen ist sehr komplex und kann sowohl durch berufliche als auch private Faktoren entstehen. Auf den privaten Bereich und damit verbundene Belastungen haben wir als Unternehmen keinen Einfluss. Wir können aber dafür sorgen, dass arbeitsbedingte psychische Belastungen vermieden werden – und zwar bevor eine psychische Störung vorliegt.

Lisa: Welche arbeitsbedingten psychischen Belastungen gibt es und welche Rolle spielt die Führungskraft dabei?

Man spricht von vier Kategorien, die arbeitsbedingte psychische Belastungen hervorrufen können: die Tätigkeit selbst, die Arbeitsorganisation, die Arbeitsumgebung und soziale Aspekte. Es spielen somit Faktoren wie Abwechslungsreichtum der Aufgaben, Zeitdruck, Entscheidungsstrukturen, Lärm am Arbeitsplatz oder auch Kollegialität eine entscheidende Rolle, wenn es um die psychische Gesundheit geht. Führungskräfte können all diese Faktoren beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass Führungskräfte verstehen, welche psychischen Belastungen es am Arbeitsplatz geben kann, um am Ende dann auch entsprechend reagieren zu können.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass psychische Belastungen zunächst nicht von Grund auf negativ zu betrachten sind und es individuelle Unterschiede gibt, wie sie wahrgenommen werden. Zudem spielt es auch eine Rolle, wie lange eine Belastung anhält und ob vielleicht auch mehrere Belastungen vorliegen. Führungskräfte sollten daher mögliche psychische Belastungen immer gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern evaluieren.

Lisa: Wie läuft die Führungskräfteschulung ab und welche Inhalte werden behandelt?

Die Führungskräfte erhalten zunächst eine generelle Einleitung, die die Relevanz der Thematik aufzeigt. Anschließend folgt ein Überblick relevanter psychischer Belastungen und Störungen am Arbeitsplatz sowie deren Frühsymptome und Warnsignale. Hier werden beispielsweise affektive Störungen wie Depression und Manie, Angststörungen, Abhängigkeitsstörungen, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder Narzissmus und zuletzt auch die Stressfolgeerkrankung Burn-Out näher erläutert. Es wird im Anschluss aufgezeigt, welche Rolle Führungskräfte in diesem Kontext innehaben: Es werden Verhaltensempfehlungen ausgesprochen und es wird gezeigt, welches Verhalten vermieden werden sollte. Dabei wird auch explizit auf den Fall eingegangen, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer häufiger im Home Office befinden oder an einem beliebigen anderen Ort arbeiten. Es werden zudem ausführliche Tipps und Techniken zur Gesprächsführung zwischen Führungskraft und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter gezeigt.

Lisa: Welche Ziele hast du dir bei Entwicklung der Schulung gesetzt?

Ziel der Schulung ist es, unsere Führungskräfte für das Thema zu sensibilisieren. Sie sollen mögliche psychische Belastungen am Arbeitsplatz erkennen können. Sie sollen auch Frühwarnsignale psychischer Störungen verstehen lernen, wie beispielsweise eine veränderte Verhaltensweise der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters.

Am wichtigsten ist für mich persönlich, den Führungskräften die Angst davor zu nehmen, mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dann auch wirklich ins Gespräch zu gehen. Viele sind sich unsicher, was hier wie gesagt werden darf. Daher besteht die Schulung zu einem großen Teil aus der Bewusstwerdung der eigenen Rolle sowie Tipps und Techniken zur Gesprächsführung.

Es ist definitiv nicht das Ziel, dass die Führungskräfte am Ende in der Lage sind, eine Diagnose zu erstellen und sie sollten dies auch auf keinen Fall tun.

Julia: Psychische Störungen sind ein sehr sensibles Thema und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer scheuen sich, offen darüber am Arbeitsplatz zu sprechen. Warum denkst du, dass diese Schulung dennoch eine positive Auswirkung haben wird?

Es ist richtig, dass dies ein sehr sensibles Thema ist und mit Sicherheit wird sich nicht jede betroffene Mitarbeiterin oder jeder betroffene Mitarbeiter seiner Führungskraft anvertrauen - insbesondere wenn eine psychische Störung bereits vorhanden ist.

Ich bin mir allerdings sicher, dass die Sensibilisierung der Führungskräfte dabei helfen wird, arbeitsbedingte psychische Belastungen zu reduzieren. Ein adäquates Verhalten der Führungskraft kann dazu führen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich ihren Führungskräften trotz der Sensibilität des Themas im Hinblick auf ihr psychisches Wohlbefinden am Arbeitsplatz öffnen. Die Führungskraft hat dann die Möglichkeit entsprechend zu agieren.

Die Führungskräfteschulung ist ein sehr wichtiger Schritt. Für den Erfolg der Maßnahme gibt es allerdings eine Grundvoraussetzung: Für eine offene und ehrliche Kommunikation ist es notwendig, dass bereits vorher ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter besteht. Ohne dieses Vertrauensverhältnis wird kein offenes Gespräch zustande kommen.